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Woche der Chemie           25. September - 3. Oktober 2004   
 
 



 
 

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ZIEL DER WOCHE DER CHEMIE

VOM 25. SEPTEMBER BIS 3. OKTOBER DIESES JAHRES WIRD IN ÖSTERREICH DIE „WOCHE DER CHEMIE“ AUSGERUFEN. CHEMIEREPORT.AT SPRACH MIT DEM PRÄSIDENTEN DER GÖCH, UNIV.-PROF. DR. ULRICH SCHUBERT, ÜBER DIE ZIELSETZUNG DIESER VERANSTALTUNG.


Schubert: „Jede in Österreich lebende Person sollte an der
Woche der Chemie teilnehmen können.“
© MW-Foto

Chemiereport.at: Was wollen Sie mit dieser „Woche der Chemie“ erreichen?
Prof. Schubert: Durch österreichweite Aktionen und Veranstaltungen soll die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die Chemie als wichtiger Wirtschafts- und Wissenschaftszweig gelenkt werden. Vorbilder unserer Veranstaltung sind etwa das sehr erfolgreiche „Jahr der Chemie 2003“ in Deutschland oder die „National Chemistry Week“ in den USA, die bereits zum 15. Mal stattgefunden hat.

Wir wollen damit latente Ängste und Vorurteile in der Bevölkerung ab- und das Vertrauen in handelnde Personen und Institutionen aufbauen. Chemische Vorgänge sollen als Bestandteil aller Lebensbereiche akzeptiert werden. Natürlich wollen wir auch die Neugierde befriedigen und zeigen, was hinter den Mauern und Zäunen von Firmen und Instituten geschieht. Letztlich soll sich die Bevölkerung mit den Erfolgen der chemischen Industrie und Forschung identifizieren können.

 

Welche Akteure werden an der „Woche der Chemie“ aktiv teilnehmen?
Die Breite der Chemie und ihre Präsenz in allen Lebensbereichen soll durch die Einbeziehung aller Tätigkeitsfelder der Chemie demonstriert werden. Verbände, Unternehmen, Forschungsinstitute, Universitäten, Schulen und Ämter sind eingeladen, ihre spezifischen Möglichkeiten einzubringen.

Besonderen Wert legen wir darauf, dass die Bedeutung chemischer Aspekte in Bereichen, die üblicherweise nicht mit Chemie identifiziert werden, wie zum Beispiel Medizin, Ernährung, Landwirtschaft oder Materialwissenschaft, betont wird.

Neben der GÖCH konnten bisher unter anderem der Verband der Chemielehrer, der Fachverband der Chemischen Industrie, die Österreichische Akademie der Wissenschaften, verschiedene Forschungsinstitute der Industrie sowie das Technische Museum zur Mitwirkung gewonnen
werden. Wir würden uns über weitere Partner freuen und fordern daher alle interessierten Firmen und Institute auf, sich in der Geschäftsstelle der GÖCH zu melden. Jede Teilnahmezusage ist freiwillig und die Durchführung der Aktivitäten erfolgt eigenverantwortlich.

 

Welcher Art sollen diese Aktivitäten sein?
Grundsätzlich ist jede Art von chemierelevanten Aktivitäten willkommen. Als Beispiele möchte ich hier nur Tage der offenen Tür in Unternehmen oder Labors, wissenschaftliche Veranstaltungen, Aktionswochen an Schulen und Universitäten oder öffentliche Mitmach-Aktionen und Experimentalvorführungen nennen. Vorstellbar sind aber auch PR-Aktionen wie Diskussionsveranstaltungen oder Pressekonferenzen sowie Ausstellungen, Wettbewerbe oder Berufsberatung für Chemieberufe.

 

Wo werden die Veranstaltungen stattfinden?
Idealerweise sollte jede in Österreich lebende Person die Möglichkeit haben, an den Veranstaltungen oder Aktionen teilzunehmen. Zwar bieten sich die Universitätsstandorte sowie die Standorte von Unternehmen und Forschungsinstituten als Aktivitätszentren besonders an, es dürfen jedoch andere Regionen nicht unversorgt bleiben.

In Regionen ohne größere chemische Institutionen kommt daher schulischen Veranstaltungen besondere Bedeutung zu. Vor allem möchten wir staatliche Einrichtungen wie Umweltämter, Ernährungsagenturen oder Spezialeinheiten des Bundesheeres ermutigen, eigene Aktionen durchzuführen.

Abschließend möchte ich noch einmal betonen, dass die „Woche der Chemie“ weitgehend durch Idealismus und Eigenmittel der Akteure getragen wird. Manche Aktivitäten werden jedoch nur mithilfe von Sponsoren durchführbar sein. Dabei ist jede Art von Sponsoring – von monetären Zuwendungen über das zur Verfügung Stellen von Räumlichkeiten oder Chemikalien bis hin zu Personalfreistellungen zur Vorbereitung der Aktionen – willkommen.

 

Danke für das Gespräch und viel Erfolg für die „Woche der Chemie“.

Interview: Harald Leitner

Interview entnommen aus dem ChemieReport, Ausgabe 01/04, www.chemiereport.at.